730andmore

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Dieses Blog wurde im März 2010 eröffnet. Am 1. April 2010 starteten meine Frau Sabina und ich zu einer 2-jährigen Weltreise, die uns durch die USA, Karibik, Kroatien, USA, Kanada, Hawaii, Australien und Thailand führte. 730 Tage später waren wir wieder in der Schweiz sesshaft. Das Reisen wird uns nie mehr loslassen. Ebenso die Fotografie.

28. April 2010

Vom Aufgeben und Held sein

San Diego haben wir schweren Herzens und morgens um 7am verlassen müssen. Unsere nächste Station: Irvine und die Uebernahme unseres Travel Trailers. Fast Punkt 10am waren wir im Travelland. Adam, der Verkäufer, begrüsste uns herzlich und stellte uns Mark vor, unseren Instruktor. Der TT kam uns unglaublich gross vor. Ich meine, schon der Avalanche ist ein Riesending, aber unser TT... Mark, früher wohl Army-Instructor, verlor keine Zeit und begann mit der Instruktion. Meine kleinen Scherze wurden immer "dünner", schliesslich folgte Detail auf Detail! Nach vollen 3 Stunden war unsere Festplatte seit ca. einer Stunde überladen, obwohl Mark unsere Fragezeichen im Gesicht lesen konnte und das Ganze in völlig einfachen Worten zu erklären versuchte: "When windy, wait, don't drive. When not windy, drive!" Trotzdem: Wie um alles in dieser Welt sollten wir je mit diesem Teil klar werden?

Als er mir ganz am Schluss die Bremseneinstellung des TT erklärte, war unser Selbstvertrauen so gross, wie eine nicht gereifte Traube. Da sollte ich auf den ersten Metern tatsächlich bei 25 miles/h so ein kleines Ding rechts unter dem Steuer sanft einstellen. Zuerst am rechten Rädchen die Heftigkeit der Bremse justieren und dann auf er linken Seite einem Rädchen erklären, wann das Ding bremsen solle!!! Und das auf Millimeter genau! Ich habe noch nie einen Wohnwagen gezogen. Nach den ersten Metern sank unser Selbstvertrauen auf unter Null. Das Teil zog und bockte hinter uns.

Wir fuhren eine Runde im Travelland. Millionen ziehen so ein Teil durch die Welt. Trotzdem, wir dachten allen Ernstes daran, Adam um einen guten Preis zu bitten und wollten das Teil abkoppeln (shit, wie geht denn das schon wieder?) und die Uebung sofort abbrechen und von Motel zu Motel ziehen. Ein kleiner Rest an Abenteuerlust muss wohl übrig geblieben sein. Jedenfalls wagte ich mich nach gut einer Stunde auf Nebenstrassen auf den Highway. Wir wurden zwar heftig durchgeschüttelt (so gut war mein Fine-Tuning wohl nicht), schafften es aber auf unseren Campground in San Clemente.

John erwartete uns schon. Er wollte wohl das Desaster der beiden Greenhorns live erleben. Und tatsächlich waren unsere Festplatten immer noch überladen. Nicht ein Griff zum Abkoppeln fiel uns ein. Innerlich schrie ich nach Hannes, unseren Freund und Handyman, der mir schon ein paar mal aus der Patsche geholfen hat, als ich schon beim Oeffnen der Verpackung eines bestellten Möbelteils überfordert war oder wenigstens Roli oder Iggy oder Bächer oder Jörg, meinem geliebten Coiffeur, einfach jemand, der mit Rat und Tat zur Seite stehen könnte. Aber da war nur John, hilfsbereit aber keineswegs eine Hilfe (er schaffte es tatsächlich, unser Teil auf Batteriebetrieb zu setzen und meinerseits hatte er bald das one-way-ticket zum Mond ergattert...). Anyway, mit der Hilfe zweier Nachbarn, verschiedenen Videokonsultationen (ein Tipp vom Profi, Instruktionen auf Video aufnehmen!) und ein bisschen Glück, stand das Teil vor uns: Abgekoppelt, austariert und an Wasser und Strom angeschlossen! Das Einrichten machte dann Spass und so sassen wir ca 8 Stunden später vor einem eisgekühlten Bud Light...

So gut geschlafen hatten wir beide selten. Und so wollten wir um 1130am unsere Reservation im Park-Office verlängern. Nein, unser Platz sei reserviert, um 12pm sei Check-Out. Da das Wochenende anstand ergatterten wir bis Sonntag den allerletzten Platz auf unserem Campground. Das hiess aber, Teil andocken und wieder aufstellen.

Wir fuhren die 60 Meter auf den neuen Platz. Nun kann man aber im Campground selber keine Reservationen tätigen und so rief Sabi die Nummer für Reservationen an. Eine geschlagene Stunde hat sie sich durchgekämpft und so konnten wir bis Sonntag, also 2 Nächte auf dem Standplatz bleiben, mussten dann aber für die restlichen Tage wieder einen neuen ansteuern.

Während ihres Telefongesprächs sah Sabina mich aus den Augenwinkeln um unseren Travel Trailer wieseln. Natürlich wusste sie, dass ich ihre Hilfe beim Abkoppeln und Aufbauen brauchte. Indessen geschah bei mir aber ein kleines Wunder. Plötzlich erkannte ich das System und die Logik und meine "two left hands" wurden zu Werkzeugen, die Griff um Griff ihre Sicherheit fanden. Als sie nach einer Stunde telefonieren sich um mich und unseren TT kümmern wollte, war alles abgekoppelt, aufgestellt, austariert und angeschlossen!!!!

Und ich war ihr grosser Held! Zwei Tage später brauchte ich noch ganze 25 Minuten um den Platz zu wechseln und auf dem Klo zu sitzen...

Die Moral der Geschichte? Nie aufgeben, dann wirst Du zum Helden...

Mittlerweile 4 Tage in unserem Trailer lebend, haben wir ihn in unser Herz geschlossen. Wir dachten sogar daran, auf dem Campground zu bleiben und das Haus von John und Svetka nicht zu hüten!

Die Amis, die wir kennenlernten, sind alle ohne Ausnahme sehr sympathisch. Wir freuen uns unglaublich auf unsere bald beginnende Reise.

Okay, das einzige was mich ein bisschen stört, Sabina würde mit grossem Vorsprung die "Miss Campground"-Wahlen gewinnen, nicht nur weil sie eh die Schönste ist, sondern an Ermangelung jeglicher Konkurrenz!

Und leider verstehen wir uns manchmal überhaupt nicht. Sabina hat meistens ein paar Albträume. Einer ihrer Horrorträume war, als sie mich an einem Freitagabend ins Fitnesscenter begleitete. Auf 3 Stockwerken waren nur wunderschöne Frauen mit toller Figur und die Stimmung war eher wie bei einer Party. Sie fand mich im obersten Stock, 3 Beautys an meiner linken Seite und 3 zu meiner rechten. Eine der Damen trat auf sie zu und meinte: "Der Guggi, der gehört uns, nur dass das klar ist!" Sorry, aber bei aller Empathie und Liebe, ich kann in diesem Traum wirklich keinen Horror erkennen!:-)



so long


21. April 2010

"ICH HABE EIN GROSSES SCHWANZ"

Mit grossen Schritten kommt der Travel Trailer auf uns zu. Noch eine Nacht im Hotel. Morgen  um die gleiche Zeit haben wir unseren Campground hoffentlich schon bezogen. Eine gewisse Nervosität kann ich nicht leugnen, wohl auch, weil ich mir noch nie etwas auf meine handwerklichen Fähigkeiten eingebildet habe. Nicht mal in meinen  Träumen. Indianer würden mich wohl "two left hands" taufen! Ebenfalls sind für morgen heftige Winde angesagt und wir haben keine Ahnung, ab welcher Windstärke wir unseren Leichtbau nicht mehr ziehen sollten! Aber da müssen wir jetzt durch.

Das Wochenende haben wir bei John und Svetka in San Clemente verbracht. John spielte ein Golfturnier und Svetka nahm uns auf einen Fussmarsch Richtung unseres Campground mit. Svetka, doch schon über 60 Jahre alt, aber rank und schlank und versessen auf sportliche und vor allem jugenderhaltende Betägigungen, legte für Kreuzbandgeschädigte ein zu hohes Tempo vor. Immer weiter zurückfallend kam ich mir in der gleissenden Sonne Kaliforniens wie Meursault in Camus' L'Etranger vor. Gut gingen wir nicht auf eine Beerdigung und ich sollte später auch keinen Mord begehen.

Der Campground erfüllt in keiner Weise unsere Träume, zum Glück aber auch nicht unsere Alpträume. Nach diesem Abstecher liessen sie mich im Golfclub zurück und holten mich später mit dem Wagen ab.

Svetka und John sind zwei supersympathische Amis und so verbrachten wir einen gemütlichen Abend bei Steak, Fisch, Wein und Bier.

Sie sind aber genau so fürsorglich wie sympathisch. Am Sonntag zeigten sie uns die verschiedenen Einkaufsmöglichkeiten. Der Reihe nach durften wir die geöffneten Walmart, Ralphs, Smart und Castco bestaunen. Die Amis denken von uns Schweizern wohl, dass wir unsere Milch noch immer auf der Alp einkaufen und unser Fleisch tiefgefroren aus Amerika einfliegen lassen...

John, auch schon um die 70, weiss als Native natürlich auch wie ich mein Auto am besten parkiere, wann ich den Blinker setzen und auf welche Spur ich wann wechseln soll. Nur als sich ein Highway Patrol Police Car mit Blaulicht hinter uns setzte, war's mit den klaren Anweisungen vorbei, vor allem da des Officers Befehle über Lautsprecher bei Tempo hundert nur zerstückelt zu hören waren. Ich blieb die Ruhe selbst, schliesslich bin ich mir sicher, dass meine Bemerkung "my brother is a Police Officer too" eher zu einer begleiteten Fahrt nach Hause, denn zu einer ins Gefängnis geführt hätte. Wie auch immer, der Officer hatte gesehen, dass unsere Autonummer abgelaufen war und kontrollierte nur, ob der Wagen nicht gestohlen wurde. Jedenfalls ärgert sich Sabina immer noch, den smarten Polizisten nicht um ein Foto gebeten zu haben!

Ueberhaupt könnten wir unsere Hände in den Schoss legen: John kennt für jede noch so kleine Aufgabe einen guten Freund, der uns weiterhelfen wird. Als er dann beim Abendessen auch noch genau wusste, wie viel ich zu essen im Stande bin, spürte ich das um meinen Hals gelegte Lasso ganz schön eng werden. "Vertelli", wir wollen doch unsere eigenen Erfahrungen sammeln!:-)

Nach einem schnellen Aufbruch und einer mühsamen Fahrt im Dunkeln und Nassen auf dem Highway genehmigten wir uns noch ein Bier an der Hotelbar. Zur Bar gehören auch ein paar Tische und Stühle im Freien auf dem Gehsteig. Da sitzen natürlich die, die rauchen und trinken. Schnell fanden wir ins Gespräch mit Tom and Geri (wie die aus dem Trickfilm), einem Pärchen aus Virginia, etwa gleich alt wie wir. Tom, ein ehemaliger Heli-Pilot der US Army, der zuletzt den zweimotorigen Black Hawk flog. Sie, eine Weisswein-Liebhaberin. Gute zwei Stunden erzählten uns die zwei (meistens synchron) von ihrem 5-jährigen Einsatz in Deutschland. So ergab sich die eine oder andere Runde. Als erste strich die Weisswein-Liebhaberin in ziemlich vollem Wind die Segel.

Es musste ja so kommen. Natürlich tauchten auch noch Mike und Ashley auf. Nach dem Abend, an dem Ashley in der Bar kotzte, gingen wir den Beiden aus dem Weg. Abends um elf schliesst die Hotelbar. Daher fuhr Mike seine eigenen Alkoholica auf, obwohl weder er noch Ashley einen Schlummi nötig gehabt hätten. Als Sabina und Ashley die Restrooms aufsuchten und Sabina nachher am Tisch Ashley als gaaanz Lässige bezeichnete und das nur, weil Ashley ihr von einem Riesenstreit mit ihrem Freund Mike berichtete, weil der während ihren Tagen nichts von Sex wissen will und ob ich auch so sei, wusste ich, dass Sabina bald den Weg ins Zimmer nehmen würde.

Mike, jung, sportlich, gut aussehend, angeberisch und vor allem laut, hatte unterdessen mit seinen Deutschkenntnissen geprahlt, obwohl nur eines Satzes mächtig: "ICH HABE EIN GROSSES SCHWANZ!" Er fand das beste Unterhaltung und urkomisch und sein albernes Gegröle dröhnte durch die Strassen. Klar dachte unser Clown, der sein Geld mit Internetpoker verdient (bei 250 Verlust hört er auf, bei 750 Gewinn auch), dass auch wir sein komödiantisches Talent schätzten und kostete seinen Spass bis zum geht nicht mehr aus. Wirklich so ein Typ wie Destruktivo aus Asterix und Obelix, wenn der auftaucht, gibt's Streit.

Sabina war zwischenzeitlich ins Zimmer verschwunden und endlich verabschiedeten sich auch Mike und Ashley. Tom, ein ganz guter Typ, und ich genehmigten uns noch ein, zwei Bierchen, schnödeten über Mike und waren mittlerweile auch in der Lage, die Welt zu verändern. Irgendwann, nach einer letzten Zigarette, mittlerweile in die Raucherecke im 3. Stock verbannt, fiel auch ich ins Bett.

Einige Zeit später muss Sabina aus ihrem Schlaf aufgeschreckt sein. Mich immer noch nicht im Zimmer wähnend und in einem Anflug von Panik muss sie aus dem Zimmer gerannt sein. Im Slip und kurzem T-Shirt fand sie sich ohne Zimmerschlüssel vor der Türe wieder. Gott hat den Säufern einen tiefen Schlaf gegeben und so hörte ich ihr verzweifeltes Hämmern gegen die Zimmertür natürlich nicht. Nach ihren Aussagen im wahrsten Sinne geschlagene 10 Minuten. Ihr blieb nichts anderes übrig, als immer noch "leicht" alkoholisiert am Desk beim Nachtwächter, halb nackt und Leibchen-über-die-Hüfte-zupfend, einen Ersatzschlüssel zu verlangen.

Irgendwie muss ich in dieser Zeit wach geworden sein und genehmigte mir auf dem Klo eine Notportion Pistazien. Friedlich und Sabina im Bette wissend, stand plötzlich eine Furie vor mir, weder meinen Tiefschlaf, noch meine arglose "WOHER kommst denn DU"-Frage verzeihend, sah ich mich einigen unwahren und auch wahren Anschuldigungen ausgesetzt. Mein Gott, da hatte sich 'ne ganze Menge nicht gerade Schönes angestaut. Aber bekanntlich reinigen Gewitter ja die Luft und so waren wir einige Stunden später schon wieder ein Herz und eine Seele! :-)

Tja, auch solche Sachen werden zu unserer Reise gehören.
Eure Sabina und Gerold
so long

20. April 2010

Some pictures San Diego / San Clemente

Der Anflug auf den San Diego Flughafen ist äusserst spektakulär. Ueber den Hügel des Balboa Parkes müssen die Piloten die Flugzeuge gewaltig runter sacken lassen. Das macht ihn zu einem der am schwierigsten anzufliegenden Flughäfen der USA. Ebenfalls ist er der mit den meisten Flugbewegungen mit nur einer Piste für startende und landende Flugzeuge. Als wir auf der Interstate 5 aus San Diego fuhren, sahen wir ein landendes. Als wir ein paar Sekunden später zurückschauten, sahen zwei startende! Für einige Augenblicke waren sie fast übereinander, das eine drehte dann allerdings scharf nach links ab. Das war wohl knapp!




Balboa Zoo... man gönnt sich ja sonst keine Pause!


Voll da?


Aussicht vom zu hütenden Haus in San Clemente


Dick's last resort im Gaslamp Quarter! Der Verzehr der dickschen Chicken Wings hat mir einige Stunden Lesezeit im kleinen Häuschen beschert...

Coole Bar im Gaslamp (silberne Kuppel, Lounge mit Swimmingpool)


Hilton Bayfront




Links Hyatt, rechts Marriott


Skyline San Diego






Fotografen 



Am Donnerstag holen wir den Travel Trailer und übernachten das erste Mal auf einem Campground in San Clemente!


So long

17. April 2010

"Bump to Bumper"

San Diego, die zweitgrösste Stadt von Kalifornien und die 8 grösste im Land mit ihren 1.3 Mio Einwohnern und 5 Mio im Einzugsgebiet, zeigt sich von seiner besten Seite. Nicht nur die unzähligen Tourismus-Attraktionen wie Sea World, Oldtown, der Flugzeugträger Midway, San Diego Zoo, die Beaches und die verschiedenen Stadtteile wie Gaslamp Quarter, Sea Port Village, Mission Beach und viele andere, sondern auch die unglaubliche Freundlichkeit der Einwohner und natürlich das Klima machen die Stadt zu einer begehrten Destination. Sie glänzt mit modernsten Hotels (Marriott, Hilton, Hyatt) an bester Lage, einem grosszügigen Convention Center und das alles in "walking distance" zum Gaslamp Quarter, das Nachtschwärmern alles bietet, was das Herz begehrt. SD wirkt sauber und freundlich. Nur schwerlich kann man sich ihrem Charme entziehen. Es hat genügend Platz, so dass man in nächster Nähe zum Gaslamp ein Baseball Stadion bauen konnte, dass den SD Padres ihr Heim gibt. Es gibt soviel Angenehmes hier, es wäre ermüdend, all die Vorteile aufzuzählen. Wir könnten hier leben!

Rechts unten lang gestreckt, das Convention Center, Bildmitte rechts, das topmoderne Marriott und dahinter das Hyatt.

Wir haben diese Woche nicht nur ein Auto in Carlsbad gekauft, sondern auch noch neben SD die Küstenorte Richtung LA erkundet. Del Mar ist zwar schön herausgeputzt, da sich aber viele reiche und vor allem ältere Leute dort wohl fühlen, fühlt man sich selber zwar äusserst sicher, aber auch streng überwacht. Cardiff by the Sea ist schön und etwas wilder, Encinitas ist touristisch äh reizvoll, in Carlsbad aber sollte man sich auf die Schönheit des Pazifiks konzentrieren. Die Küste ist nicht überall öffentlich zugänglich und wechselt zwischen wild und zerklüftet und seicht, mit schönen Sandstränden, wobei man bei Sandstränden in SD nicht an Südsee-Inseln denken sollte.

Zwischen SD und diesen Ortschaften liegt La Jolla (la heuja). La Jolla vereint etwas von allen, gehört aber zu den teureren Plätzen hier. Südlich davon liegen die Pacific und die Mission Beach, die eigentlich am selben Strand liegen, aber auch Einheimische können die Grenze unmöglich bestimmen. Ocean Beach ist für Surfer und die südlich dem Altersheim Coronado gelegenen Silver und Imperial Beach dienen als Ausweichorte in der High Season.

Nachdem wir unseren Travel Trailer gekauft haben, widmeten wir uns ausgiebig der Suche nach einem Zugfahrzeug. Das ist gar nicht so einfach und John, unser Freund aus San Clemente, gab uns auch gute Tipps. Er tendierte allerdings darauf, dass wir über seinen Cousin in Denver das Auto kaufen, nach Denver fliegen und zurückfahren sollten (1250 Meilen!). Wir fanden aber in Carlsbad selber unseren neuen Liebling und wickelten den Kauf ganz ohne fremde Hilfe ab. Sabina handelte den Preis von 26000 USD auf 24000 runter, mit Taxes und License und Versicherung kam er dann trotzdem auf stolze 29000 zu stehen. Ganz knapp im Budget!

Ein lokaler Helfer ist natürlich Gold wert, man sollte aber bedenken, dass so ein Freund selber auch noch nie einen Travel Trailer gekauft hat und auch seine Autos nicht alle Tage wechselt. Jedenfalls dachten wir beide, dass sein Hinweis beim 2. Besuch beim Travel Trailer Dealer, wir hätten sonst keine anderen begutachtet, wohl eher dem Verkäufer zu Gute kam:-)!

Der Autokauf zog sich allerdings ziemlich in die Länge. Neben den zähen Verhandlungen und der einstündigen Sitzung mit dem Versicherungsvertreter kosteten aber vor allem die administrativen Arbeiten mit dem Finanzierungsspezialisten wertvolle Zeit. Nach all den Erklärungen seinerseits, einigen Fragen und vor allem Dutzenden von Unterschriften unsererseits, schloss er den Deal mit den Worten: "Now, it s all done. Bump to Bumper!" Er mit einem glückseligen und allwissenden Lächeln, wir mit der Weisheit am Ende. Also, Bump to Bumper heisst soviel wie von der kleinsten Schraube bis zur Stossstange, also einfach alles in allem. Ganz sicher sind wir uns aber immer noch nicht. Trotzdem, Bump to Bumper gehört jetzt zu meinen Lieblingsausdrücken, und das in allen Lebenslagen.

Ach ja, Amerikaner haben wir natürlich auch kennengelernt. Z.B. Ashley und Mike. Ashley, Rolex-Verkäuferin, ist uns schon einen Abend vorher aufgefallen. So ein richtiges Weib, das sich unter vielen Männern am wohlsten fühlt, die sich an der Hotelbar ohne jegliche Berührungsängste (das schrieb ich immer über offenherzige Kandidatinnen..:-)) und ziemlich trinkfreudig- aber nicht sehr trinkfest zeigte. So ein Biest, das Männer mögen und auf die man sicher auch Wetten abschliessen kann.

Nun gut, am nächsten Abend hatten wir das Vergnügen, das heisst, zuerst schmiss sie sich (und da kennen Amis nichts) in unmittelbarer Nähe zu uns an ihren (hoffentlich) zukünftigen Chef mit seiner Frau ran. Trotz  mehrmaligen Aufforderungen zu einem Drink, wollten die zwei davon aber partout nichts wissen. Ihre unmotivierte Erzählung über eine Hochzeit einer Freundin, wo der Tequila "included" war, und zwar 3 mal hintereinander und sie dann ziemlich zugeschlagen habe, liessen ihre Chancen nicht wirklich steigen. Als ihr wohl nicht zukünftiger Chef dann mit seiner Frau Richtung Lift ging und da ich das resolute Abwinken seiner Angetrauten wahrscheinlich richtig deutete, wird Ashley weiter auf Jobsuche gehen. Sein Blick zurück konnte aber nur heissen, dass er dieses "Miststück" wohl ganz gerne in seiner Nähe gehabt hätte:-)!

Später versprachen sie und Mike uns einen Adressenaustausch mit herzlichen Willkommenswünschen in Houston und Denver, wo die beiden zu Hause sind. Als sich dann Ashley aber in der Hotelbar übergab, war ich mir sicher, dass am nächsten Tag keine Fortsetzung folgen würde. Immerhin bekam ich von Mike aber heute noch einen herzlichen Klapps auf den Rücken!

so long

14. April 2010

Autokauf "done"

Nach einem halben Jahr www.oodle.com - alerts checken und Abklappern der hiesigen Verkaufstempel, hakten wir die letzte Station ab. Ich war am Verhungern und wollte nur wenden. Da sprang uns so ein kleines, herziges Ding ins Auge! Nach 3 Stunden hatten wir alles unterschrieben (mindestens je 35 Unterschriften unter hunderten Abschnitten von Kleingedrucktem)! Sicher ist jetzt aber, der ist unser:




so long

11. April 2010

San Diego SM 2 / neue Mobile-Nummern


- Vom High Life Hilton ins Marriott Gaslamp's richtigem Leben
- Travel Trailer doch nicht so billig
- Blechlawinen auf Interstate 5
- Handy Kauf abgeschlossen
- Mobile Internet Access done

Schweren Herzens haben wir uns aus unserem Budget-Killer verabschiedet. Das Marriott Residence Inn (mit Küche) ist zwar immer noch über Budget, aber wir wollen uns langsam dem Nomaden-Leben annähern. Unsere neue Aussicht vom Zimmer:

Der billige Travel Trailer war dann doch nicht so billig. Von den 11'000 USD wollte Adam, unser Verkäufer, nichts mehr wissen. Die Offer war bei 16'000, allerdings kamen da noch Steuern, Batterie, Gasbehälter, Bremsen, Anhängervorrichtung, Garantie (5 Jahre) und Versicherung dazu. Macht USD 21'000, knapp im Budget! Unser zukünftiges Heim:







Bild oben: John, unser Adressengeber, Freund und Helfer!

Wir sind mittlerweile 3 mal nach San Clemente (60 Miles) zu Cveta und John gefahren und 2mal nach Irvine (nochmals 30 Miles one way). Ob Wochentag oder Weekend, Tages- oder Nachtzeit, der Verkehr ist gigantisch! Am Freitag ging gar nichts mehr. Stehende Kolonnen auf 8 Spuren, sowohl süd- wie nordwärts. Weniger Verkehr wie auf dem Bild unten haben wir noch nie gesehen. 



Unsere neuen Mobile-Nummern:

Sabina +1 949 545 8725
Gerold +1 949 547 0135

Heute ist Ruhetag, morgen kümmern wir uns weiter um den Kauf eines Autos!
so long


9. April 2010

San Diego SM (short message)

Einiges erledigt, weniges erlebt, dafür weiss ich jetzt warum (zumindest) ältere Frauen in Kalifornien nie betrunken Auto fahren.

Stolzer Account Holder (Bank of America), wenig Aufwand

Stolze iPhones Besitzer, wenig Aufwand für uns, 4 Stunden Aufwand für John (unser Freund aus San Clemente), danke John, der nicht nur unsere iPhones besorgte, sondern auch zwei Linien auf seinem AT&T Account zur Verfügung stellt, sonst würde das iPhone Theater ziemlich schwierig und teuer werden, so sind wir für 10 USD im Monat (je) dabei!

Travel Trailer Kauf morgen

Autokauf geht etwas länger. John's Freund ist Auktionator und soll uns so ziemlich günstig zu etwas Gutem verhelfen können, obwohl die Preise auch so am Boden sind!

San Diegans haben wir auch kennengelernt; sie kommen aus Moskau, Irak, Brasilien, Mexiko, Iowa (immerhin USA) etc. Wirklich multi-kulti hier!

Morgen ziehen wir aus unserem Budget-Killer aus. Die Aussicht werden wir vermissen.


Neu: Kleines Marriott im Gaslamp-Quarter, bis auf Uebernachtung alles gratis!

Und sonst ein paar Kleinigkeiten...

Ah ja, wegen den älteren Damen: Wird jemand betrunken beim Fahren erwischt, wird derjenige in der Zeitung publiziert, mit Jahrgang! :-)

so long

6. April 2010

Life goes on

Wir standen definitiv noch nicht auf der Liste. Aber Todesangst hatten wir beide. War schliesslich unser erstes 7.2! Und da doch einige Nachbeben gezählt wurden (mehrere Dutzend, eines mit 5.1, das mich auch um 6.30am geweckt hat), ist uns noch nicht ganz wohl bei der Sache. Die lokalen Zeitungen sind sich uneinig, ob das Erdbeben 2 Tote oder nur 1 Toten forderte. Einer wurde in seinem Haus erschlagen. Der zweite rannte voller Panik aus einer Bar, direkt vor ein Auto! Der stand wohl wirklich zuoberst!

Ganz langsam verabschieden wir uns aus unseren Ferien und rutschen in einen neuen Alltag. Ich habe mich lange darauf gefreut und unser erstes Wäschewaschen in einer Laundry hat mich nicht enttäuscht. Es gibt nichts Entspannenderes als dazusitzen, Zeitung zu lesen, sich eins mit den anderen zu fühlen, dem uralten Inhaber bei seiner Lieblingstätigkeit, dem Wechseln von 25 cts Coins zuzuschauen und die Seele baumeln zu lassen. Einfach mal Zeit haben!

Einen Travel Trailer (Wohnwagen) haben wir auch schon lokalisiert. Neu, Listenpreis USD 26'000, ob Sympathie des Verkäufers oder wirtschaftliche Notwendigkeit, das Teil kriegen wir für 11'000, einen Fernseher als Zückerchen dazu!

Ein Zugfahrzeug zu finden, ist schon schwieriger. Der erste Dealer hat uns nicht überzeugt. Aus Zeitnot:-) müssen wir den zweiten morgen aufsuchen.

Das Hilton Hotel zockt uns ab!
2 Personen:
Uebernachtung USD 200
Valet Parking USD 32 oder
Self Parking USD 22 (dafür unbeschränkte Ein- und Ausfahrten)
Internet Zugang USD 40 für 24 Stunden oder 14 für eine Stunde
Morgenessen USD 50
3-Tages-Fitness Abo USD 70
Tips USD 20
Das Beste: USA Today (Tageszeitung) liegt vor dem Zimmer, liest man die nicht (auf), wird einem 75 cts belastet!? Dafür ist die Aussicht berauschend!

Janu, am 21. April werden wir das Haus von unseren Bekannten in San Clemente für 3 Wochen hüten. Das wird unser Budget wieder ins Lot bringen und zudem haben wir genug Zeit für den Autokauf und können mal eins zu eins wie ein Ami leben. Ja, natürlich ohne die üblichen 2 Jobs zu erfüllen. So long!!

4. April 2010

Earthquake in San Diego

Es wird einem nie zu wohl!  San Diego, California, 3.40pm

Sabi und ich sassen in der riesigen Hotellobby vom 30 stöckigen Hilton Bayfront! Dachte, "Sabi, lass meinen Stuhl in Ruhe!", sie wohl das gleiche von mir, und dann kam sehr schnell die Erkenntnis und dann noch schneller die Panik! Wir rannten wie alle anderen auf die Wiese raus. Immerhin waren es nur 10-15 Sekunden! 6.9 auf der Richterskala 175 km südlich von San Diego! Mann, unsere Aersche zittern immer noch! Ist ein ganz seltsames Gefühl, wenn der Boden unter einem 20-30 cm hin und her schwingt! Und wenn man die Augen in die Höhe richtet, dann sieht man die Wände schwanken... oh shit! Das war wirklich Panik, da bist du beim Einloggen ins Hotmail und 3 Sekunden später rennst du um dein Leben!


"We felt it for about 30 seconds. It was rolling," San Diego County Sheriff's Lt. Scott Ybarrondo told CNN. "Nothing fell off the walls here, but we have reports of pictures falling off walls elsewhere in the county!"
Das Hotelpersonal hat uns informiert, wir könnten wieder ins Hotel zurück, nur die Lifte stehen still. Man könne aber die Treppen nehmen, zum Glück sind wir im 27. Stock!:-)

Gedanken während des Bebens: Das ist ein Erdbeben (erste Erkenntnis). Hört das denn nie auf (nach 3 Sekunden!). Das kann nicht sein, das gibt es nur im Film. Ein ERDBEBEN!!!!! Raus, nur raus hier! WEG, wohin auch immer! Oh Shit, nicht wir, nicht jetzt, bitte nicht einstürzen! Kurz nach dem Beben: Hab' ich geträumt? Nein, alle anderen sind auch geflüchtet! Wahnsinn! Gibt's nicht. Die Zeit geht jetzt schnell vorbei, nach ca. 1 Stunde, aufatmen...

Erfahrungsaustausch mit anderen. Seltsam, alle meinten zuerst, sie selber hätten Schwindel oder "I should stop drinking!" Dann Theorien wälzen, und lachen, aber auch die Angst, kommt es nochmals???! (Gemäss Experten ist die Wahrscheinlichkeit 5 %, dass ein noch grösseres Erdbeben in den nächsten 2 Tagen uns heimsucht.)

Und vor allem die Einsicht, wie klein und ohnmächtig wir sind.

Ob Tiere ein Erdbeben vor uns spüren können? Gestern waren wir in San Clemente (in der Mitte zwischen LA und San Diego) am Hafen. Auf einer ca. 2 km langen Mole sassen Tausende, aber wirklich Abertausende von Vögeln. John, der dort wohnt und regelmässig im Kajak im Hafen seine Runden dreht, hat so etwas noch nie gesehen. Natürlich dachten wir nicht an ein Erdbeben, aber seltsam ist es trotzdem.

Geniesst das Leben Guys!

3. April 2010

Einreise

Flug Zürich - Los Angeles absolut perfekt. Jetzt sind wir den 3. Tag in San Diego. Das Gefühl ist aber das selbe wie in den Ferien, schliesslich war die Einreise genau gleich wie bei allen früheren. Unser Immigration Officer Clive wollte wissen, warum wir in die USA möchten. Start Worldtrip. "Okay, it seems that you are nice guys and you will spend money, you're in for six months!" Zack und durch! Wir mit unserem Excel-Spreadsheet mit Vermögensaufstellung im Detail und auf den Rappen, alle Konti die letzten 3 Monate dokumentiert, alle Bestätigungen von Reservationen, Rückreiseflugticket, Wohnsitzbestätigung CH, Arbeitsvertrag nach Rückkehr und nicht zuletzt mit Sabi's 13-seitigem Reiseplan. Und das alles im Doppel... Na ja, im Vorfeld wurde dies alles verlangt!

Ob es an Obama liegt, aber bei früheren Reisen in die USA stiegen die Behörden doch noch vor der Landung ein und als erstes wurde man darauf hingewiesen, dass man nur Pflichten und keine Rechte hat! Vor den Immigration-Offices stehen nun Tafeln, die erklären, dass der IO die Visitenkarte der USA sei, dass man uns mit Respekt begegnen will und dass man herzlichst willkommen sei und noch viele andere nette Dinge. Ein ganz anderes Gefühl als früher!

So ganz ohne Probleme geht's natürlich nicht. Ohne Social Security Number bekommen wir keine Mobile-Number von AT&T und somit auch kein I-Phone und keine mobile Internet-Verbindung. Ausserdem sind die Packages sauteuer! Mal sehen wie wir das lösen können. Ausserdem streikt der Fotoapparat, also noch keine Fotos im Blog... So long