730andmore

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Dieses Blog wurde im März 2010 eröffnet. Am 1. April 2010 starteten meine Frau Sabina und ich zu einer 2-jährigen Weltreise, die uns durch die USA, Karibik, Kroatien, USA, Kanada, Hawaii, Australien und Thailand führte. 730 Tage später waren wir wieder in der Schweiz sesshaft. Das Reisen wird uns nie mehr loslassen. Ebenso die Fotografie.

28. September 2010

Grünes Texas - Austin und San Antonio

Frost Bank Towers Top in Downtown Austin

Irgendwann müsste sich unser Bild vom staubigen Texas doch bewahrheiten. Aber je näher wir Austin kamen, desto grüner wurde die Umgebung. Da die Highways der Hauptstadt von Texas verstopft waren, fuhren wir über Nebenstrassen ins Zentrum. Fast beängstigend, wie das subtropische Klima die Bäume wachsen lässt. Nirgends eine Erhebung, um das flache Land zu überblicken. Auch die Seen in der Umgebung sind vom dichten Laubwerk eingeschlossen.


Skyline Austin
vor den Toren Austins
hundefreundliche Städter

Durch Austin fliesst der Colorado River, an dessen Flussufer sich die städtische Bevölkerung austoben kann. Die grösste urbane Kolonie der Welt von 1.5 Mio Fledermäusen, die bei Einbruch der Dunkelheit über die Congress Bridge fliegen soll, haben wir leider nicht gesehen.


Am Ufer des Town Lakes
Skyline by Night 
 Romantisch ist Austin trotzdem nicht
 Vollmond über Austin
 Am Lake Travis nahe Austin, typisches Bild von Texas

Austin wird auch Hauptstadt der Livemusik genannt. Die viel gelobten 4th und 6th Streets mit ihren Clubs, Bars und Restaurants erlebten wir aber als düster und farblos.

The Tower Life Building in San Antonio
 Eingangshalle des TLB
 Der Ausgang
Cantu, der Concierge
Links, sein Haus , vom River Walk aus gesehen

San Antonio, die zweit grösste Stadt von Texas, gefiel uns viel besser. Eine eher bescheidene Skyline, immer noch sehr grün, aber nicht mehr erdrückend wie Austins Wildwuchs. „The Tower Life Building“, ein Wolkenkratzer, 1929 gebaut und 120 Meter hoch, ist wie das First National Center in Oklahoma City, ein Prunkstück. Cantu, der mexikanische Concierge, der seit 37 Jahren im Tower arbeitet, liess uns zwar nicht in die Höhe, erzählte aber aus der lebhaften Geschichte des Hauses und versorgte uns mit einer Broschüre und Tipps der Sehenswürdigkeiten San Antonios. Die historische Altstadt besticht durch dem umgeleiteten San Antonio River, der an beiden Ufern von unzähligen Bars und Restaurants gesäumt wird.


Der River Walk
 Nous deux
 River Walk mit einladenden Restaurants
 und filmreifen Fassaden

Vom „Tower of the Americas“ genossen wir aus 230 Metern Höhe auf dem Observation Desk einen herrlichen Ausblick über die Stadt, erst noch in völliger Einsamkeit, kein Mensch, nur Kakerlaken machten uns die Aussicht streitig.


The Tower of the Americas
 San Antonios Downtown aus 750 Fuss Höhe
Unser langer Schatten
 Das Hyatt prägt das Bild der Stadt mit

Texas ist stolz auf seine Geschichte. „The Lone Star-State“ ist neben Vermont der einzige Bundesstaat, der vor dem Beitritt zur USA eine unabhängige Republik war. Noch heute denken die Texaner, dass sie den damals unterschriebenen Vertrag kündigen könnten, wenn es denn sein müsste. Das omnipräsente „Don’t mess with Texas“ ist der Schlachtruf dieses Volkes. Die Bevölkerung stammt aus allen Teilen der Welt, die Deutschen sind mit über 11 % vertreten.


Crockett, Kriegsheld und einer der Toten der Schlacht um Alamo ist bis heute als Name präsent

In San Antonio lebt die Geschichte im weltberühmten „The Alamo“ weiter. Von Missionaren 1724 gegründet, hiess Alamo einst Misión San Antonio de Valero. Texas war lange ein umkämpftes Pflaster. Spanier, Mexikaner, Apachen, Comanchen, sogar die Franzosen und die weissen Siedler stritten sich um die Herrschaft. Anfang des 19. Jahrhunderts gehörte Texas kurze Zeit zu Mexiko. Im Oktober 1835 begann der texanische Unabhängigkeitskrieg. Die „amerikanischen“ Siedler besetzten Alamo und verteidigten es zu Beginn des nächsten Jahres in einer heroischen Schlacht gegen die übermächtige, mexikanische Armee. Ein Ueberraschungsangriff im Morgengrauen des 6. März’ besiegelte aber ihr Schicksal. Fast alle Männer der Mission wurden getötet, 187 namentlich bekannt. Alamo dient seither als Beispiel für den Mut der Amerikaner, die Freiheit zu verteidigen. Einige Wochen später wurden die Mexikaner bei San Jacinto mit dem Ruf „Remember the Alamo“ und einer Uebermacht vernichtend geschlagen.

In der Mission
 Wissen durch Audiophone

2.5 Millionen Besucher im Jahr bestaunen in der kleinen Mission diese Heldentaten. In einer Kirche, in der ich die Mütze abnehmen musste und in der man kein Wort sprechen sollte, werden die Kanonen, Gewehre, Schwerter, Säbel, Speere und Uniformen dieser Krieger aus- und die Schlacht hinter Glas nachgestellt. Vielleicht soll die Stille keine Gedanken an die donnernden Kanonen, dem Knallen der Revolver und die Schreie des Leidens und der Panik aufkommen lassen. Keiner kann uns heute sagen, ob den Kriegern in heroischem Kampf in die Brust geschossen wurde oder ob sie vielleicht doch an einem Schuss in den Rücken starben. Die Geschichte schreibt immer der Sieger.


Strassenecke zu Beginn des Armenviertels, nachher liessen wir das Fotografieren sein

Texas ist ein reiches Land. Und die Gewinner der heutigen Gesellschaft rasen mit ihren Cayennes, protzigen Chevrolets und smarten Sportwagen durch die Strassen und über die Highways der Städte. Unser Garmin führte uns in San Antonio aber auch durch das Land der Verlierer. Ein Gebiet, in der die streunenden Hunde mit hängenden Zungen schnüffelnd auf der Suche nach einem Festmahl sind. Eine Gegend, in der weder die Tafeln der Konsumtempel noch eine Strassenbeleuchtung existieren, sondern selbstgebastelte Schilder auf denen die Buchstaben wie in Erpresserbriefen aneinander gereiht und Waren und Dienstleistungen aller Art angeboten werden. In Strassen, die armselige Hütten säumen und schreiende Kinder ihrem hilflosen Elternteil den letzten Nerv rauben. Auf den Spielplätzen kämpfen Jugendliche in der Dämmerung um einen Basketball, wohl auch um ihre Ehre und später im Leben um ihre Existenz. In diesen Teilen der Welt, mit ihren herumlungernden Gestalten in dreckigen Kleidern und lauernden Blicken, lassen Fehlgeleitete die Türen geschlossen und überfahren die Rotlichter der wenigen Ampeln.

Diesem Alptraum entronnen, tranken wir unser Friday-Night Beer und stiessen auf unsere neue Route an. Die führt uns nach Del Rio am Rio Grande und weiter in den Big Bend National Park.

Erfreuen können wir uns an den Dallas Cowboys, die letzten Sonntag das Derby gegen Houston in einem sackstarken Spiel gewonnen haben. Aber auch an unserem täglichen Frisbee Spiel, das ein älterer Amerikaner mit den Worten kommentierte: „You must enjoy this game, we enjoyed it back in the 70ies too, but we were smoking grass...“


Diese Uebung macht der Typ jeden Morgen
 Einer der Automechaniker

Freude machen auch die Squirrels und die in Texas allgegenwärtigen amselartigen Vögel. Die müssen in einem früheren Leben Automechaniker gewesen sein. Sobald irgendwo ein Auto abgestellt wird, trippeln sie unter den Wagen und inspizieren gründlich und mit vifen Augen den Unterboden. An dieser Stelle wird mein Freund Iggy Schwarz sagen: „Das ist ja genau der Beweis, dass sie es NICHT gewesen sind...“

so long



21. September 2010

Dallas Cowboys und Rodeo-Action in Fort Worth


In monsumartigen Regen verliessen wir Oklahoma und betraten das erste Mal in unserem Leben Texas. Die Fahrt nach Dallas gleicht der von Freiburg nach Frankfurt. Wiesen und Laubbäume beherrschen das Bild. Aus Giants oder warum auch immer, hatten wir uns Texas als Einöde vorgestellt. Der nordöstliche Teil rund um Dallas überrascht mit mehr als 60 grösseren Seen. Das Land ist grün und reich an Oel und Regen.

Skyline von Dallas, im Vordergrund Reunion Tower, links in Glas das Hyatt

Dallas ist mit 1.2 Millionen Einwohnern die 3. grösste Stadt von Texas und gilt als eine von elf Weltstädten der USA. Der Flughafen ist einer der grössten der Welt mit täglich mehr als 800 Starts und Landungen allein von American Airlines, derem Hauptdrehkreuz in den USA. Ueber 60 Mio Passagiere wurden letztes Jahr abgefertigt (Zürich 22 Mio). Die Metropolregion (Dallas, Fort Worth, Arlington) mit über 6.5 Mio Einwohnern besticht durch eine gut durchmischte Wirtschaft. Nicht nur Oelfirmen haben hier ihren Hauptsitz, auch die Telekommunikations-, Computer- und Bankenindustrie ist stark vertreten. Wer hat vor 30 Jahren einen Texas Instruments Taschenrechner nicht sein Eigen genannt?

Typisch Amerika, im Vordergrund Strommasten und im Hintergrund topmodern

Im Reunion Tower des Hyatts in Downtown Dallas assen wir im drehbaren, 160 Meter hohen Restaurant mit Blick auf die beeindruckende Skyline das beste Lammfleisch unseres Lebens. Dallas ist eine Stadt der Wirtschaft und nicht des Tourismus’. Das musste auch ich erfahren, wollte die Concierge des Towers doch meine Locken sehen und hätte mich mit meiner Baseball-Kappe nicht in den Aufzug gelassen.

Blick aus dem Reunion Tower
Mexiko ist nicht weit
Corbin Street mit typischen Wandmalereien
Immer wieder faszinierend
Ein letzter Blick auf Hyatt und Reunion Tower

Dallas wurde weltberühmt, nicht nur durch den Mord an Kennedy, sondern auch aufgrund der ersten Soap-Opera, die Europa heimsuchte. Meine Frau hat über 300 Folgen gesehen und auch ich ein paar, daher mussten wir die South Fork Ranch, 30 Meilen ausserhalb und in einer Ortschaft namens Parker gelegen, besuchen. Die Serie wurde in über 90 Länder exportiert, die Ranch selber wirkt aber sehr bescheiden. Die Aussenaufnahmen wurden in den 2 Sommermonaten gedreht, in denen die Inhaber in den Ferien weilten. Die Innenaufnahmen fanden allesamt in Hollywood statt, was die Authentizität des heutigen Museums im Innern schmälert. Trotzdem eigenartig berührend. Es ist doch noch gar nicht so lange her und schon führen alte Mitarbeiter die Besucher durch ein Stück Fernsehgeschichte...
Die Ranch

Arlington, wo wir einen KOA Campground fanden, ist die Heimstätte der Dallas Cowboys. Dieses Footballteam der NFL ist eines der Erfolgreichsten in der langen Geschichte des American Footballs, die 1869 mit einem Spiel der Rutgers gegen die Princeton University begann. Football wird auch Rasenschach genannt. Obwohl wie beim Soccer 11 Spieler einer Mannschaft auf dem Platz stehen, hat Football mit dem europäischen Fussball fast nichts gemeinsam.

Einlauf der Gladiatoren
Cheerleaders gehören zum Football wie der Geruch von Popcorn und Bier

Die NFL kennt über 700 Regeln. Von Joe Montana, einem oder dem besten Quarterback aller Zeiten, sagt man, dass er über 1700 verschiedene Spielzüge kannte (1). Meines Wissens existieren 17 verschiedene Positionen innerhalb einer Mannschaft, die meist verschiedene Spielertypen erfordern. Der Sinn des Spiels ist der Raumgewinn, der mit Punkten belohnt wird. Wer ein Footballspiel geniessen will, muss sich unbedingt mit den Begriffen und Regeln vertraut machen. Es ist zwar ein körperbetontes Spiel (selbst President Roosevelt griff 1905 ein, nachdem man über 18 Tote und hunderte von schwer verletzten Spielern zählte), das aber von Taktik, äusserster Disziplin und mannschaftlichem Zusammenhalt geprägt ist. Die Partien sind in der Regel erst nach über 3 Stunden beendet, obwohl die reine Spielzeit 4 x 15 Minuten dauert. Nach fast jedem Spielzug, der wohl zwischen 5 und höchstens 15 Sekunden dauert, wird unterbrochen. Zeit für die Cheerleaders, Fernsehwerbung, Werbung in eigener Sache und auch ganz gelungene Interaktionen über die riesige Leinwand mit dem Publikum. Wer von der Strategie des Spiels keine Ahnung hat und dazu noch eingefleischter Soccer-Fan ist, dem kann das Ganze auf's Gemüt schlagen.

Buehler beim Versuch eines Field Goals, missed aus 40 Yards und Spiel endgültig verloren

Die NFL, die bekannteste Profiliga in den USA, zählt 32 Mannschaften. Die National Football League (NFL) ist die amerikanische Profiliga im American Football. Sie besteht aus 32 Teams, die als Franchises in der National Football Conference (NFC) und der American Football Conference (AFC) organisiert sind. Beide Conferences, die im Wesentlichen aus den 1970 vereinigten Konkurrenzligen NFL und AFL bestehen, sind wiederum in je vier Divisionen unterteilt.

Die Saison teilt sich in die fünfwöchige Preseason, die siebzehnwöchige Hauptsaison (Regular Season) und die darauf folgenden Play-offs auf. An diesen nehmen jeweils die vier Divisionssieger und die zwei weiteren besten Teams (die sogenannten Wildcard-Teams) einer Conference teil. Die daraus ermittelten Meister von AFC und NFC treffen zuletzt im Super Bowl aufeinander, der seit einigen Jahren immer am ersten Sonntag im Februar stattfindet, dem Super Bowl Sunday. Der Super Bowl Sunday hat mittlerweile den Status eines inoffiziellen Feiertags. Letztes Jahr zählte die NFL in der Regular Season im Schnitt Zuschauerzahlen von über 67'000 pro Spiel. Das durchschnittliche Einkommen eines Spielers beträgt 2 Mio USD, eine Karriere dauert nicht mal 4 Jahre, meistens verletzungsbedingt. Das Spiel ist trotz immer neuen Regeln, die die Spieler schützen sollten, gefährlich.

Beeindruckendes Stadion

Im Februar 2011 wird die Super Bowl in Dallas ausgetragen. Das erklärte Ziel der Dallas Cowboys ist der Final im eigenen Haus. Am letzten Sonntag stand das 2. Saisonspiel gegen die Chicago Bears an, das Erste ging für die Cowboys gegen Washington verloren. Wir ergatterten für 700 USD zwei Tickets auf besten Plätzen, ein Betrag, der uns fast eine Woche unserer Reise kostet. Um Punkt 12 mittags begann die Riesenshow vor mehr als 84'000 Zuschauern. Als Tony Romo, Quarterback der Cowboys, in donnernder Lautstärke vom riesigen Videokegel in der Mitte der Halle die Zuschauer mit „REMEMBER, THIS IS OUR HOUSE!“ zum Kreischen brachte, lief es mir eiskalt über den Rücken.

Cold and hot, Herz was willst Du mehr?

Dem ungeheuren Erwartungsdruck waren die Spieler aber nicht gewachsen. Romos Laufspiel war inexistent und seine Pässe schwach. Trotzdem zeigte sich die Dynamik des Spiels in einer Szene besonders gut: Ein Cowboy fing den Kick-Off der Bears auf der eigenen, rechten Seite ab und begann loszuspurten, genau auf unserer Höhe. 6 oder 7 Spieler von Chicago rasten in unglaublichem Speed, fächerartig den Raum verkleinernd, auf den Cowboy zu. Der rettete sich in Panik ins Out und sogar ich, etwa 30 Meter höher und weit entfernt, zog reflexartig die Beine hoch! 

Da hängen nicht nur Köpfe...

Die Bears liessen den Cowboys keine Chance, die Stimmung sank und einzelne Zuschauer verliessen weit vor Ende des Spiels enttäuscht das Stadion. Kopf hoch Cowboys, Spiel verloren, aber immerhin zwei neue Fans gewonnen.

Keine Berührungsängste, DC Fan...

Das Rodeo in Fort Worth am Abend vorher, war fast spektakulärer. Nicht ausverkauft, dafür mit Ticketpreisen von 20 Bucks angenehm bescheiden. Einfach kitschig patriotisch, mit einer hinreissenden Fahnenträgerin, die durch die Manege ritt und einem ersten Stier, der alle schockte. Raus aus dem Gatter vollführte er einen Riesensatz. Der Reiter flog in hohem Bogen durch die Luft, der Stier selber mit einem halben Salto auf den eigenen Rücken und blieb regungslos liegen. Ob Tier, ob Mensch, alle starrten wie versteinert auf den seltsamen Anblick. Wohl nicht nur in seiner Ehre verletzt, rappelte sich das arme Tier hoch und drehte völlig durch. Zuerst zerfetzte es eine zur Ablenkung aufgestellte Puppe, dann griff es die Pferde der sichernden Reiter an. Einer wurde überrascht und der Stier presste Pferd und Reiter im Jähzorn mit seinen Hörnern an die Bande. Das Pferd geriet in Panik und bockte gewaltig. Es musste ausgewechselt werden und sein Reiter hielt sich die restliche Show den Rücken! Diese Wut im Ranzen hätten die Footballer von Dallas am nächsten Tag gebraucht. Aber den Stieren werden vor der kurzen Show die Eier mit einem bauchumspannenden Seil gequetscht. So gepeinigt werden die Cowboys noch nicht, allerdings ist dies eine reine Vermutung meinerseits.

Ausser Rand und Band!
Der geschockte Reiter nach dem Angriff des Stiers
Die Eleganz des Rodeos
Action pur!
Sabinas private Foto-Audienz
Die Fahnenreiterin, meine exklusive Audienz

Die Texaner sind wie alle Amerikaner, die wir kennengelernt haben, äusserst freundlich. Vielleicht etwas lauter und noch direkter als in anderen Landesteilen, wie Shawne Fielding, die II. Immer wenn ich Bälle sehe, werde ich ganz kribbelig. Darum schnappte ich mir im riesigen 24Hour Fitness Center kurz vor Ende unserer Trainings jeweils einen Basketball und warf in der hauseigenen Halle mit den 8 Körben meine Punkte. Meistens lautete das Ergebnis 100 zu 5. Hundert Versuche, fünf Punkte. Nicht selten war ich allein in der Halle, aber eines Nachmittags gesellte sich eine Blondine zu mir. Ihre zweite Frage „are you married?“ beantwortete ich wahrheitsgetreu und sie meine Worte mit einem „SHIT“. Ich liebe das direkte Wesen der Amerikaner und musste leider auch ihre dritte Frage, ob wir in der Schweiz auch 2 oder 3 Frauen heiraten könnten, verneinen. Ihre besten Jahre hatte sie hinter sich und mit einer guten Portion Botox im Gesicht, glich sie verblüffend Miss Piggy aus der Muppet Show. Ich warf weiterhin nach dem Korb und erzielte aus 3-Punkte Distanz herrliche Treffer. Sie begann mir von ihrem Ex, den Grandmas und –pas und ihrem ganzen, beschissenen Leben zu erzählen. Sie schlug mir einen „one-to-one“ vor, aber auch ein „Pig“ zu spielen, lehnte ich dankend ab. Wäre ja noch schöner, wenn Sabina mich mit Miss Piggy beim „Piggen“ erwischt hätte! Und weil die ehemalige Schönheit nicht mehr stoppen konnte und mit geweiteten Augen sich in einen Redewahn steigerte, musste ich mit einem „I have to go, have a good time“ die Notbremse ziehen. "Give me a break" fiel mir einfach nicht ein.

Modernes Amerika! Parkgeld-"Automat" in Fort Worth

Dank der erhaltenen Visumsverlängerung bis Ende März 2011 verlassen wir das laute Dallas in Richtung Austin, San Antonio, Laredo, Padre Island und über Corpus Cristi nach Houston. Immer mit einem Blick auf die Hurricanes in der Karibik!


(1) die 1700 Spielzüge wird auch Joe Montana gekannt haben, habe heute aber den Artikel gefunden, der mir diese Zahl suggerierte... Link zu "Des Trainers General"

so long